Im September 2001 bewilligte die Stiftung EVZ ihr erstes Förderprojekt: Der Verein AMCHA erhielt 414.138 Euro, um Holocaust-Überlebenden in Israel Hausbesuche von Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen zu ermöglichen. Damit begann eine 25-jährige Fördergeschichte, die bis heute Wirkung zeigt. 

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung EVZ über 6.000 Projekte mit rund 2.500 Partnerorganisationen in mehr als 40 Ländern mit über 313 Millionen Euro unterstützt. Im Mittelpunkt stehen Menschen und Initiativen, die Verantwortung übernehmen: Nachkommen von Minderheiten, die im NS verfolgt wurden, junge Menschen und Engagierte für eine starke, demokratische und werteorientierte Zivilgesellschaft. Die Partner:innen der Stiftung EVZ tragen Geschichte und Erinnerung auf kreative und innovative Weise in das Hier und Heute: Sie kreieren nicht nur forschungsbasierte Geschichtsprojekte, sondern aktivieren auch geschichtsbewusstes Engagement und Demokratieinitiativen

Aus einer Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, die zwischen 2010 und 2016 in mehreren europäischen Städten gezeigt wurde und das verdrängte Kapitel der NS-Zwangsarbeit in das öffentliche Bewusstsein rückte, entstand 2024 ein dauerhafter Erinnerungsort: Im Mai 2024 wurde das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar eröffnet.  

Die Stiftung EVZ fördert seit 2005 junge Menschen mit dem Programm „Junge Freiwillige übernehmen Verantwortung“, das Freiwilligendienste in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie in Israel ermöglicht. Denn Wirkung schließt auch die Anerkennung derjenigen ein, die sich im Rahmen von Projekten und Initiativen für die gemeinsamen Ziele einsetzen. Ihr Engagement verdient Respekt und Unterstützung.

Mit der Förderung von Studien und Publikationen trägt die Stiftung EVZ dazu bei, Diskriminierung und Ausgrenzung wissenschaftlich zu erfassen und pädagogisch zu bekämpfen. Im Jahr 2011 förderte die Stiftung EVZ die erste „Studie zur Bildungssituation deutscher Sinti und Roma“. Im Anschluss richtete sie einen bundesweiten Arbeitskreis aus Vertretungen von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Stiftungen sowie Sinti:ze und Rom:nja-Selbstorganisationen ein, der Empfehlungen für eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe formulierte.  

Die Stiftung EVZ reagiert in ihrer Förderung fortlaufend auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen – vom Anstieg des Antisemitismus über die Einschränkung zivilgesellschaftlicher Freiräume in Osteuropa bis hin zur Digitalisierung des Lernens. 2021 brachte die geförderte Bildungsstätte Anne Frank das Lernspiel „Hidden Codes“ heraus: In einer Social-Media-Simulation lernen Jugendliche ab 14 Jahren, Radikalisierung im Netz zu erkennen und angemessen zu reagieren. Sie entdecken, wie extremistische Gruppen digitale Medien nutzen, welche Codes kursieren und wie sie aktiv eingreifen können.